Crossing Borders - Masterclass mit Heiko Antoniewicz in Köln

Crossing Borders - Masterclass mit Heiko Antoniewicz in Köln

August 26, 20269 min read

Crossing Borders

Masterclass mit Heiko Antoniewicz am Sonntag, 6.9.2026 von 11:00–13:00 Uhr FIRE & FOOD BBQ WEEK in Köln

Zwei Stunden Feuer, Rauch und Aromen auf der FIRE & FOOD BBQ WEEK in Köln: Hier kommt das Wissen aus der Masterclass zum Nachlesen – und alle Rezepte zum Nachgrillen.

Faszination FEUER

Die Temperatur einer Flamme kann bis 1400° C erreichen. Die Temperatur der Glut liegt zwischen 550° C und 1300° C. Die Temperatur der Weißglut beginnt bei 1400° C.

Zum Vergleich: Die Oberflächentemperatur der Sonne liegt bei 5500° C bis 6000° C.

Kamado Küche

System

Ein Kamado ist ein meist eiförmiger Grill, der mit Keramik isoliert ist.

Das Wort “kamado” stammt aus dem Japanischen und bedeutet “Ort für den Kessel”. Der Kamado hat seinen Ursprung in Japan und Indien und wurde bereits vor über 2000 Jahren verwendet, wenn auch nur zum Reiskochen.

Der Kamado zeichnet sich dadurch aus, dass er eine Ei-Form hat und über die Möglichkeit der Regulierung von Zuluft und Abluft verfügt.

Der Grill hat die Vorzüge einer kleinen Küche in sich vereint, und das macht ihn zu einem Alleskönner. Die Keramik speichert erstklassisch die Wärme und gibt diese an das Gargut wieder ab. Darüber hinaus speichert die Kugel die Feuchtigkeit des Grillgutes und gibt diese wieder an die Lebensmittel wieder ab. Nach Beendigung der BBQ-Zeit die Luftschächte verschließen, damit die Glut erlischt.

Was ist was?

Grillen: hot and fast

Kontakthitze mit Temperaturen bis 350° C

Oberhitze bis 850° C (via Beefer)

Holzkohle, Gas, Strom – als offenes System

Kugelgrill als geschlossenes System

Kurze Garphasen

Kleine Cuts am besten geeignet

Horizontale Hitze (Kontakthitze), vertikale Hitze (mit Drehspieß) und Oberhitze

Vertikaler Drehspieß: gleichmäßiges Garen großer Fleischstücke möglich ohne dass austretende Säfte und Fette in die Glut tropfen (verhindert die Entstehung polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe)

Barbequing: low and slow

Indirekte Hitze mit Temperaturen bis 130° C

Holzkohle, Gas, Strom – als geschlossenes System

Lange Garphasen

Für große Cuts

Alternativ: Gargut im Backofen oder Sous Vide vorgaren

Marinaden und Rubs

Nutzung für Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst

Marinade (ursprünglich: das Einlegen in Salzwasser)

Brining kommt von To Brin

Trocken oder Nassmarinade

Aromaübertragung

Vakuum als Booster

Rauch

Aromaholz im Fokus

Kalträuchern bei 15-25° C

Heißräuchern bei 50-80° C

Dient als Konservierung

Fine Dining Finish

Und hier sind sie: die Rezepte aus der Masterclass.

Die Rezepte

Karotten in Anissand, geräucherte Aijoli, Safranfond

(für 4 Portionen)

  • Je 4 gelbe, violette und orange Karotten

  • 2 kg feiner Sand

  • 100 g grobes Meersalz

  • 30 g Aniskörner

  • 50 g große Süßholzscheiben

Die Karotten waschen, das Grün zupfen und in kaltes Wasser legen. Den Sand mit Salz und Anis mischen. Eine Lage der Mischung in den Green Dutch Oven geben und mit Süßholz abdecken. Die Karotten darauf verteilen und mit dem Süßholz abdecken. Mit dem restlichen Sand abdecken und bei 220° C im BGE für 50 Minuten garen.

Den Knoblauch auf dem Grillrost bei 160° C anrösten und 30 Minuten garen. Die Mayonnaise in eine Metallschale geben und mit Hickory Flakes räuchern. Mit Balsamessig, Limetten-Olivenöl, Salz und Tomatenkonzentrat abschmecken. Den Knoblauch aus den Hüllblättern lösen und zur Seite stellen.

  • 200 ml kräftiger Gemüsefond leicht gebunden

  • 2 g Safran

  • 2 cl Noilly Prat

Den Gemüsefond erwärmen, mit Safran und Noilly Prat abschmecken.

Die Karotte schälen, auf einem Gemüsehobel sehr dünn aufschneiden und für 30 Minuten in kaltes Wasser legen. Gut abtupfen, danach mit Essig und Grün marinieren. Leicht salzen.

Anrichten:

Die geräucherte Mayonnaise auf die Tellermitte streichen und den leicht angedrückten Knoblauch darauf verteilen. Die Karotten aus dem Sand nehmen und abbürsten. Längs halbieren und evtl. salzen. Auf dem Teller arrangieren und die rohen Karottenscheiben verteilen. Den Safransud angießen und mit Karottengrün garnieren.

Rote Bete aus der Glut, Ziegenfrischkäse, gerauchte Senfkörner

(für 4 Portionen)

Die Rote Bete Knollen direkt in die Glutasche im BGE legen und 40 Minuten darin garen. 4 Rote Bete Knollen aus der Glut nehmen und schälen. Im Mixer mit der Gemüsebrühe fein pürieren und die weiteren Zutaten dazu geben. Mit Salz abschmecken und in eine Spritzflasche geben.

Die beiden anderen Knollen in der Glut belassen, bis sie von außen knusprig sind.

  • 200 g Ziegenfrischkäse

  • Saft von ½ Limette

  • 30 ml Olivenöl

  • Kaffeesalz

  • 10 g Rote Bete Granulat

Den Ziegenkäse mit Limettensaft, Olivenöl und Kaffeesalz glattrühren. Das Rote Bete Granulat so einrühren, dass ein mamorisierender Effekt entsteht.

  • 20 g Senfkörner

  • 1 feines Sieb

Die Senfkörner in dem Sieb über dem Rauch-Auslass vom BGE 10 Minuten im Rauch stehen lassen und garen.

Die Ziegencreme auf den Teller streichen. Die Rote Bete aus der Glut nehmen, halbieren und mit Maldonsalz bestreuen. Auf den Ziegenkäse setzen und die Rote Bete Creme auftupfen. Den Rauchsenf verteilen. Mit der gezupften Scharfgarbe oder anderen Wildkräutern abschließen.

From Green to Brown

(für 4 Portionen)

  • 400 g Maibock-Rücken ausgelöst

  • 300 g grüner Kaffee (z. B. India Natural Arabica Grade AA)

  • 1 Stück schwarzer Kardamom

  • 20 g getrocknete Steinpilze

  • 1 Stück Sternanis

Den grünen Kaffee in der gusseisernen Pfanne bei 200° C auf dem Grillrost rösten. Den Maibock-Rücken auf den Kaffee legen. Den Kaffee stetig wenden und dabei rösten. Den Maibock-Rücken immer wieder auf den Kaffee legen und durch indirekte Wärme und Aroma auf einen Kern von 56° C garen. Am besten ist das Ergebnis, wenn der Kaffee geröstet ist und beides zeitgleich zubereitet ist.

  • 1 Blumenkohl: Röschen, Püree, Mittelteil, Rispen

  • 100 g Butter

  • 1 Lorbeerblatt

  • Limonensaft

  • 10 ml Haselnussöl

  • 2 g Kaffeestaub (Antoniewicz)

Den Blumenkohl in seine natürlichen Stücke teilen. Wir benötigen die Röschen, das Mittelteil und die Rispen ohne das Blattgrün. Die Röschen in Salzwasser im BGE bei 250° C kochen und bei Bedarf mit etwas von der Butter glasieren. Beim Anrichten die Röschen mit Kaffeestaub aus der Pfanne würzen. Das Mittelteil schälen und vierteln. Blanchieren und auf der Grillplatte grillen. Die Rispen blanchieren, mit Haselnussöl marinieren und mit der Butter abstreichen. Für das Püree die Abschnitte von den Röschen mit etwas vom Kochwasser und dem Lorbeerblatt in einem Topf im BGE bei 250° C so lange dünsten bis der Kohl sehr weich ist. Den Lorbeer herausnehmen und fein mixen. Dabei Butter einarbeiten und mit Limonensaft abschmecken.

  • 150 ml Rehsauce

  • 80 ml Portwein

  • 20 ml Ketjap Manis (süße Sojasauce)

  • 20 ml Balsamicoessig

  • 500 ml Wildfond

  • 3 Stück Pimentkörner

  • 15 g Beef Umami (Antoniewicz)

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Pimentkörner anrösten und mit dem Wein ablöschen. Sojasauce und Essig hinzufügen und alles sirupartig einkochen lassen. Den Fond angießen, Kaffeebohnen (s.o.) dazugeben und die Jus auf die gewünschte Konsistenz reduzieren. Beef Umami einrühren und fein passieren.

Den Maibockrücken kurz auf der Grillplatte anrösten und leicht salzen. Das Püree auf den Teller streichen und den Stängel mit der Rispe arrangieren. Die Röschen aufstellen und das Fleisch aufschneiden. Die Sauce angießen.

Curry Ei, Lobster und Spinat

(4 Portionen)

Die Hummerschwänze aus der Schale lösen und den Darm ziehen. Die Nussbutter mit den weiteren Zutaten verrühren und salzen. Die Hummerschwänze auf Metallspieße stecken, mit der Marinade einstreichen und bei 250° C im BGE 4-5 Minuten garen.

  • 30 g Kokosfett

  • 4 g Jaipur Curry (Gewürzmischung)

  • 4 g Maharaja Curry (Gewürzmischung)

  • 4 Eier

  • 100 g geschälte Tomaten (Dose)

  • 5 g Tomatenserum Umami (Antoniewicz)

  • 10 g Limettenöl

  • 50 g Babyspinat

Das Kokosfett in einer großen Pfanne erhitzen und die beiden Currypulver kurz darin rösten. Die Eier aufschlagen, direkt in die Pfanne geben und mit einem Spatel zu einem sehr gut durchgebratenen Rührei verarbeiten, bis es gänzlich trocken ist. Mit den Tomaten auffüllen und kurz aufkochen. Mit Salz, Tomatenserum und Limettenöl abschmecken und den Spinat kurz unterrühren, bis dieser zusammenfällt.

  • 1 Schalotte, gewürfelt

  • 20 ml Olivenöl

  • 100 ml Weißwein

  • 300 ml Fischfond

  • 200 ml Sahne

  • 10 Majoranspitzen

  • 50 ml Noilly Prat

Die Schalottenwürfel im Olivenöl anschwitzen und mit dem Weißwein ablöschen. Den Fischfond zugeben, bis auf ein Minimum reduzieren, anschließend mit der Sahne auffüllen, den Majoran ebenfalls zugeben und alles einmal aufkochen lassen. Mit dem Noilly Prat montieren.

Alle Zutaten zu einer Vinaigrette verrühren und würzig abschmecken.

Das Curry-Ei auf dem Teller anrichten. Den Hummer auf das Ei setzen. Mit Spinatblättern garnieren und mit der Vinaigrette benetzen. Die aufgeschlagene Wermutsauce angießen.

BBQ Senf, Asche und Rhabarber, Eisklotzfisch

(für 4 Portionen)

  • 40 g Senfkörner

  • 200 ml Apfelsaft

  • 20 ml Rapsöl

  • 2 g Asche aus Bambusblättern

  • 5 g Ahornsirup

  • 4 g heller Balsamessig

Die Senfkörner in dem Apfelsaft 20 Minuten kochen lassen. Den Ahornsirup und die Asche dazu geben. Die Masse gut verrühren. Das Öl, Essig einrühren und kaltstellen.

  • 4 Stangen Rhabarber

  • 400 ml 2% Salzlake

Den Rhabarber schälen. Die Salzlake auf 60° C erwärmen. Den Rhabarber in ein Drahtbügelglas geben und mit der Lake übergießen. 4 Tage bei 38° C reifen lassen und im Anschluss kaltstellen.

  • 400 g Fisch

  • 400 ml 4% Salzlake

  • 15 l Wasser

Das Wasser in einem rechteckigen Gefäß für 3 Tage einfrieren.

Den Fisch für 1 Stunde in der Salzlake einlegen, abtupfen und an einem warmen Platz stehen lassen.

Gado Gado

  • 250 g Erdnüsse ungeröstet

  • 3 Kaffir-Limetten Blätter

  • 1 Knoblauchzehen

  • 10 ml Ketjap Manis

  • 5 g Salz

  • 50 g Palmzucker

  • 50 g Kokosflocken

  • 20 g Tamarindenpaste

Alle Zutaten fein hacken und vermengen. Im BGE bei 60° C trocknen lassen und zur Seite stellen.

Den Fisch auf dem Lochblech bei 220° C im BGE von einer Seite 1 Minute angrillen und auf den bereit gestellten Eisblock geben. Es soll Wasserdampf aufsteigen. Das Fischfilet wenden und wiederholt auf das BGE geben. Den Vorgang so oft wiederholen bis der Fisch eine Kerntemperatur von 48° C erreicht hat.

Den Rhabarber aus der Lake nehmen und auseinander drücken. Kreisrund in einem tiefen Teller anrichten. Den Fisch mit dem Gado Gado belegen und mit Thymian garnieren. Den Senf auf dem Rhabarber verteilen.

Geflügelfond

  • 1 kg Geflügelknochen (Flügelknochen)

  • 40 ml Sojasauce

Die Geflügelknochen mit der Sojasauce und 1,5 l Wasser in einen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Den Topf mit Frischhaltefolie abdecken. Den Fond 2–3 Stunden bei mittlerer Hitze garen lassen, anschließend durch ein feines Sieb passieren und in einem Bügelglas mit Dichtungsring aufbewahren.

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Heiko Antoniewicz

Heiko Antoniewicz

Heiko Antoniewicz ist Koch, Kochbuchautor und Gründer der Antoniewicz GmbH. Seit Jahren steht er für eine Küche, die Technik, Aromen und Handwerk zusammenbringt – durchdacht, hochwertig und für zu Hause nachkochbar. In Seminaren, Büchern und in der Antoniewicz Academy gibt er sein Wissen weiter. Im Magazin findest du seine Rezepte, Aromenkombinationen und Impulse für den eigenen Herd.

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